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Kinderstuben für den Hirschkäfer

Die ersten 6 Hirschkäferwiegen in der Hohen Schrecke errichtet

Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Hohe Schrecke wurden in geeigneten Waldrandlagen im Projektgebiet die ersten sogenannten Hirschkäferwiegen errichtet.

Hirschkäfer, fast jeder kennt sie. Mit bis zu 9 Zentimetern Größe ist der Hirschkäfer die größte in Europa beheimatete Käferart. Seinen Namen erhielt er wegen der mächtig verlängerten Mundwerkzeuge der Männchen, die an das Geweih eines Hirsches erinnern - beeindruckend und gefährlich aussehend, für den Menschen aber vollkommen harmlos. Insbesondere durch den Verlust geeigneter Lebensräume sind die Vorkommen des Hirschkäfers in Deutschland und Europa stark rückläufig, so dass der Hirschkäfer auf der bundesweiten Roten Liste in der Kategorie 2 „stark gefährdet“ geführt wird.

Hirschkäfer bevorzugen alte Eichenwälder und Eichenmischwälder an sonnigen und trockenen Standorten. Im Zuge der forstlichen Waldbewirtschaftung und  "Aufräumaktionen" in unseren Wäldern wurden besonders die lichten Laubwälder und die für die Entwicklung der Hirschkäferlarven notwendigen Totholzanteile oftmals entfernt. Die in der Hohen Schrecke nachgewiesenen Hirschkäfervorkommen sollen zukünftig durch den Bau von Hirschkäferwiegen unterstützt werden. Hierfür werden ca. 1 Meter lange Eichenstämme/Starkäste tief in den Boden um einen Eichenstubben eingegraben und die Zwischenräume mit Eichenholzhackschnitzel ausgefüllt. Diese „Wiegen“ sollen künftig Hirschkäferlarven als Kinderstuben dienen. Denn die Larven entwickeln sich hauptsächlich in sich zersetzendem Holz im Boden, vorzugsweise in Eichen, wo die Weibchen ihre Eier bis in eine Tiefe von 1 m ablegen. Die Larven benötigen 5 bis 6, mitunter 8 Jahre bis zum Abschluss ihrer Entwicklung zum fertigen Käfer. Sie fressen das morsche und tote Holz von abgestorbenen Bäumen und deren Wurzeln. Das Holz der eingegrabenen Stämme wird sich von Zeit zu Zeit zersetzen und übernimmt somit die Funktion von natürlichen Brutplätzen.

Hirschkäfer [lat Lucanus cervus, von lucanus ‚Waldbewohner‘ und cervus ‚Hirsch‘] © W. Kramer 
Hirschkäfer bevorzugen alte Eichenwälder und Eichenmischwälder an sonnigen und trockenen Standorten.  
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Projekt Hängebrücke

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